Anabolika - Medikament oder Dopingmittel?
Anabole Steroide werden im Allgemeinen als Anabolika bezeichnet. Sie führen zu einer Steigerung des Proteinaufbaus. Anabolika gelten als Untergruppe, bzw. Abkömmlinge des männlichen Sexualhormons Testosteron.
Nimmt man Anabolika zu sich, sorgen diese zuerst durch ihre Wirkung einer gesteigerten Proteinbildung für die Zunahme der Muskelmasse im Körper. Auf das Körperfett haben die Wirkstoffe keinen Einfluss.
Anabolika als Dopingmittel
Vor allem in sportlichen Disziplinen wie Gewichtheben und Bodybuilding, aber auch in der Leichtathletik beim Weitsprung oder Lauf werden Anabolika gerne zugeführt, da die Muskelkraft sehr wichtig für ein gutes Abschneiden des Wettkampfes ist. Selbst in den Ausdauersportarten gelten die anabolen Steroide als bewährte Methode seine Leistungen zu steigern, weil sie auch auf den Transport des Sauerstoffes im Organismus einen positiven Einfluss haben.
So wurden und werden Anabolika oft als Dopingmittel missbraucht.
Anabolika als Medikament
Im 2. Weltkrieg entwickelt, sollten die synthetischen Derivate (anabole Steroide) des männlichen Sexualhormons dazu dienen, unterernährte und entkräftete Soldaten wieder aufzupäppeln. Außerdem wurden sie bei Blutanämie eingesetzt und waren zudem ein bewährtes Mittel bei Muskelatropien (neuromuskuläre Erkrankungen, die während ihres Verlaufs zu einem Muskelschwund führen können).
Auch heute finden die Anabolika in der Medizin ihre Anwendung. So dienen sie beispielsweise bei Wachstumsstörungen oder bei körperlicher Schwäche als aufbauendes Mittel. Außerdem werden sie unterstützend zur Bildung des körpereigenen Testosterons genommen, wenn der Hoden des Mannes zu wenig eigene produziert.
Nebenwirkungen
Die Nebenwirkungen der Anabolika sollte man keinesfalls unterschätzen!
Bei Männern können Verweiblichungserscheinungen wie das Wachsen der Brustdrüsen und Entstehen einer weiblichen Brust hervorgerufen werden. Die Samenproduktion wird beeinträchtigt und es kann zu einer Schrumpfung der Hoden kommen.
Bei Frauen kommt es, im Gegensatz dazu, zu einer Ausbildung von männlichen Merkmalen wie Bartwachstum, Zurückbildung der Brust, usw.
Außerdem führt die Einnahme zu einem erhöhten Blutdruck, das Risiko eines Herzinfarktes steigt, in der Wachstumsphase kann es zur Ausbildung von Verknöcherungen kommen.
Auch sind starke Akne und Haarausfall oft die Folge der Einnahme von anabolen Steroiden.
Nicht zu vergessen die psychischen Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, starke psychische Abhängigkeit, Schlafprobleme und Halluzinationen. Beim Absetzen der Mittel ist das Risiko einer entstehenden Depression so hoch, das eine Suizidgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann.