Blasenschwäche bei Männern
Spricht man über das Thema Inkontinenz, wird oft fälschlich angenommen, dies sei ein typisches Frauenproblem. Doch etwa jeder zehnte Mann macht im Laufe seines Lebens die Erfahrung einer Blasenschwäche, dennoch ist dies immer noch ein Tabuthema. Den Betroffenen ist ihr Leiden oft unangenehm.
Inkontinenz bei Männern kann verschiedene Formen annehmen: Bei der Belastungsinkontinenz entleert sich der Harn beim Anheben schwererer Gegenstände oder beim Husten, die Dranginkontinenz hingegen ist ein kaum zu kontrollierender Harndrang, bei welchem sich die noch vor Erreichen der Toilette Blase entleert. Auch eine Mischform ist möglich. Die Dranginkontinenz ist die bei Männern am häufigsten auftretende Form der Inkontinenz und kann verschiedene Ursachen haben. Meist steckt ein Prostataleiden, wie zum Beispiel eine Vergrößerung dieser Drüse. Doch auch Diabetes mellitus, Morbus Parkinson oder ein Schlaganfall kann die Ursache für Inkontinenz sein. Risikofaktoren sind außerdem Übergewicht, Rauchen oder starker Alkoholkonsum.
Da die Hälfte aller Männer über 50 Jahren an einer Prostatavergrößerung erkrankt, ist es sinnvoll, schon ab 40 Jahren regelmäßig eine Untersuchung der Prostata vornehmen zu lassen - denn je früher Blasenschwäche erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Therapie. Je nach Diagnose können in manchen Fällen Medikamente verschrieben werden, manchmal kann auch Beckenbodengymnastik helfen. Ist die Ursache ein schwacher Schliessmuskel, kann auch eine Operation Abhilfe schaffen.
Für die Patienten gibt es beim Arzt, in der Apotheke oder im medizinischem Fachhandel diskrete Hilfsmittel wie zum Beispiel Tena Men oder Molimed Men, die speziell auf die Anatomie der Männer zugeschnitten sind. Wichtig ist in jedem Fall bei den ersten Anzeichen einer Blasenschwäche, wie zum Beispiel Schwierigkeiten beim Wasserlassen, einen Urologen aufzusuchen. Dieser kann dann individuell die für den jeweiligen Fall erfolgversprechendste Therapie festlegen.