Durch eigene Kraft gesund werden
Neben vielen hilfreichen Erkenntnissen, hat die Wandlung der Medizin zu einer naturwissenschaftlichen Disziplin zu einer grotesken Veränderung der Sichtweise auf unseren Körper geführt. Seziert, untersucht und in seine Einzelteile zerlegt, scheint er für viele Mediziner wie eine Maschine zu sein, die sich mit geschickten Handgriffen reparieren und wieder zum Laufen bringen lässt. Der maßgebliche Anteil der Seele, der Lebensbedingungen und persönlichen Situation, wird in der Regel als nachrangig angesehen, wenn es um die Heilung der Patienten geht. Ein chemisches Medikament, entwickelt in unbekannten Laboratorien, von unbekannten Menschen, deren Einstellungen und Beweggründe ebenfalls im Dunkeln liegen, soll Hilfe bringen. Was für ein riskantes Unterfangen, und was für ein Vertrauen, das bei näherem Hinsehen allerdings oft aus blinder Angst gespeist ist. Ein weiterer wichtiger Grund sich diesem irrationalen Verfahren zu unterwerfen, ist mit Sicherheit die uns Menschen eigene Bequemlichkeit. Wir schlucken lieber erwartungsvoll diverse Pillen, als uns unseren eigenen Weg aus der Krankheit zu suchen. Wer mag sich hinstellen und fragen, welchen Anteil er selbst an der Erkrankung hat? Wer ist bereit seine Lebens- und Ernährungsweise, seine Einstellung zu Arbeit, Geld und Karriere zu hinterfragen und den langen Prozess der Veränderung zu gehen?
Die kleine Schnecke / ganz langsam steigt sie hinauf / auf den Berg Fuji.
sagt ein Haiku des japanischen Dichters Issa und ist ein treffendes Motto für den Entschluss ohne Medizin gesund zu werden. Einzelne Symptome sind mit Mittel der Naturheilkunde zu lindern und klingen in kurzer Zeit ab. Länger dauert es, den Körper wieder in eine stabile Harmonie zu bringen, die für ein grundlegendes Heil-Sein erforderlich ist. Lange wehrte sich unser Körper gegen die Strapazen und schlechte Behandlung, die wir ihm zumuteten und verbrauchte dabei große Energien. Gestehen wir ihm eine ähnlich lange Zeit der Erholung und Stabilisierung zu.
Der erste Schritt den Körper in Balance zu bringen, ist das Einüben einer rhythmischen Lebensweise.
Wachen, Schlafen, Essen sind in einen regelmäßigen Ablauf zu bringen. Arbeit und Freizeit sind klar getrennt und auch begrenzt. Vier Stunden Arbeit umfassen vier Stunden und nicht mehr. Das erhöht die Konzentrationsfähigkeit und auch die Fähigkeit zur Regeneration. Übrigens, Multitasking überfordert das menschliche Gehirn. Dieser Versuch vieles gleichzeitig zu machen, verringert letztlich die Arbeitsleistung, ist ein hoher Stressfaktor und eine große geistige Belastung. Ein verlässlicher Kreislauf von Anspannung und Entspannung ist mit einem Quäntchen Disziplin und Entschlossenheit leicht zu erreichen. Der gute Schlaf, die Gelassenheit und das körperliche Wohlbefinden, die sich relativ schnell entwickeln sind Motivation genug, diesen Rhythmus beizubehalten.
Gesunde Ernährung ist keine Askese
Nur das Beste ist gut genug, wenn ein kranker Körper gesund gepflegt werden soll. Ein maßgeblicher Anteil daran, ob das gelingt, ist eine gesunde Ernährung. Wer damit Verzicht und mangelnde Lebensfreude assoziiert dem sei empfohlen, sich diesem Thema ohne Vorurteile zu nähern. Gesund heißt hochwertig und frisch, aus Produktionsmethoden, die unbelastete Früchte und Gemüse bis zur Ernte wirklich reifen lassen. Gesund ist eine Milch, die frei von Medikamentenrückständen ist und ein Käse, der nicht mithilfe chemischer Zusätze in Rekordzeit zur Reife gebracht wurde. Ein Essen im 5-Sterne-Restaurant ist immer gesund. Erstklassige Zutaten, frisch zubereitet, appetitlich serviert und verführerisch duftend - das ist gesunde Ernährung.
Ein weiterer entscheidender Baustein auf dem Weg aus der Krankheit ist die Bewegung. Bewegung heißt nicht schneller, höher, weiter - Leistung und Konkurrenz. Ob laufen, wandern, schwimmen, Pilates oder Aikido, dem Körper tut gut, was seinen Möglichkeiten entspricht. Heilung bringt das, was Freude macht - auch bei der Entscheidung für eine Sportart, sollte die innere Stimme das letzte Wort haben. Wer betreibt, was ihm am Besten gefällt, wird nicht nur den inneren Schweinehund besiegen können. Es ist ein Schritt auf dem Weg ganz zu werden und das zu leben, was einem entspricht.